Wissenswertes über Metall

Edelstahl – einfach erklärt!

Edelstahl ist der Sammelbegriff (nicht genormt) für sogenannte "nichtrostende Stähle", die jeweils aus unterschiedlichen Zusammensetzungen (Legierungen) bestehen. Die verschiedenen Zusammensetzungen sind in zahlreiche Werkstoffgruppen und Bezeichnungen unterteilt.

Gebräuchliche Bezeichnungen sind zum Beispiel:
V2A, A2 oder 18-10.

Kurzbezeichnungen wie "V2A" stammen aus dem Labor der Firma Krupp und entsprechen der jeweiligen Versuchsreihe. Davon ist die Bezeichnung "A2" abgeleitet und wird häufig für Schrauben aus Edelstahl verwendet. Demzufolge steht das "V" für die Versuchsreihe mit der Nummer "2" und "A" für Austenit (eine Modifikation des Eisens).

Die Bezeichnung 18-10 wird oft bei Haushaltsartikeln wie z. B. Essbesteck oder Töpfen verwendet. Dabei stehen die Zahlen für die jeweiligen Legierungsbestandteile: Chrom (18 %) und Nickel (10 %).

Die zuvor genannten Beispiele sind sehr allgemein und nicht ausreichend für eine genaue Werkstoffbezeichnung. Deshalb ist es wichtig, zusätzlich immer die Werkstoffnummer anzugeben, um die Sorten von Edelstahl mit unterschiedlichen Eigenschaften und Anwendungsgebieten tatsächlich unterscheiden zu können.

Werkstoffnummern werden in folgendem Format abgebildet: 1.4301. Dabei entspricht die erste Ziffer vor dem Punkt der Werkstoffhauptgruppe, die nächsten zwei Zahlen hinter dem Punkt stehen für die Sortennummer und die letzten beiden Zahlen entsprechen einer Zählnummer. In diesem Beispiel bedeuten die Zahlen:

  • 1 = Stahl (Eisenbasislegierung)
  • 43 = Nichtrostender Stahl mit ≥ 2,5 % Nickel
  • 01 = Zählnummer, zum Unterscheiden der Werkstoffe aus einer gleichen Stahlgruppe

Außerdem gibt es noch genormte Kurzbezeichnungen, um die chemische Zusammensetzung begrifflich besser zu handhaben: X5CrNi18-10. Nachfolgend die Bedeutung zu diesem Beispiel:

  • X5 = Kohlenstoffgehalt in hundertstel Gewichtsprozent (0,05 %)
  • Cr = Chrom
  • Ni = Nickel
  • 18 = 18 % Chrom
  • 10 = 10 % Nickel

Gängige Werkstoffe und Einsatzmöglichkeiten

Es gibt extrem viele Edelstahlsorten bzw. Klassen. Deshalb sind als Beispiel zwei gängige Werkstoffe mit den Materialeigenschaften und Einsatzmöglichkeiten beschrieben:

V2A 1.4301 X5CrNi18-10 AISI 304
Edelstahlklasse Werkstoffnummer Chemische Bezeichnung US Bezeichnung

Ein im Alltag häufig verwendeter Edelstahl, der gegen Wasser, Wasserdampf, Luftfeuchtigkeit, Speisesäuren sowie schwache organische und anorganische Säuren beständig ist. Durch seine Materialeigenschaften hat dieser Stahl sehr vielfältige Verwendungsmöglichkeiten wie z. B. dem Bau von Geländern, für chirurgische Instrumente, Haushaltsgegenstände und Sanitäranlagen.

Außerdem bietet das Material optimale Verarbeitungsmöglichkeiten (Tiefziehen, Abkanten, Rollformen), ist schweißbar ohne Vorwärmung und kann poliert werden. Diese Eigenschaften werden insbesondere in der Medizin-, Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie benötigt.

Ungeeignet ist dieser Edelstahl für Anwendungen in Schwimmbädern.


V4A 1.4571 X6CrNiMoTi17-12-2 AISI 316Ti
Edelstahlklasse Werkstoffnummer Chemische Bezeichnung US Bezeichnung

Hochwertiger Werkstoff mit ähnlichen Eigenschaften wie V2A, ist aber widerstandsfähiger gegen Korrosion in chloridhaltigen Medien. Deshalb wird dieser Edelstahl insbesondere Angewendet in Salzwasser, Schwimmbädern und der chemischen Industrie.

Allerdings ist die Verarbeitung aufwendiger, da sich das Material schlecht polieren und zerspanen lässt.


Edelstahl unter Extrembedingungen

Es ist zu beachten, dass Edelstahl nicht gleich "rostfrei" bedeutet!

Erhöhte Rost bzw. Korrosionsgefahr besteht z. B. durch salzhaltige Seeluft in Küstenregionen, chlorhaltiges Wasser im Poolbereich oder Säureangriffe durch Reinigungsmittel.

Wird der Werkstoff aber gezielt nach dem Verwendungszweck gewählt, können hochwertige Produkte aus Edelstahl lebenslang ohne Probleme auch unter den zuvor aufgeführten Bedingungen eingesetzt werden.